Mission und Partnerschaft

Bild: Makondefiguren aus Tansania – Afrikaner und Europäer/Deutscher

Mission und Partnerschaft sind Begriffe, die in über 30 Jahren Partnerschaft immer wieder einmal Anlass für Diskussionen waren. Wir informieren über:

  • den Missionsauftrag
  • Was ist Mission?
  • Änderung des Verständnisses von Mission
  • Wie verstehen wir Partnerschaft? – Partnerschaft auf Augenhöhe

Missionsauftrag

In der Bibel ist im Matthäusevangelium im Kapitel 28, Vers 19 und 20 der sogenannte Missionsbefehl zu lesen. Jesus sagte den elf Jüngern:

»Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.«

Matthäus 28, 19+20

Als Dekanatsmissionspfarrer Eichner 1990 um Mitarbeiter für einen Missionskreis warb, war eine Reaktion aus einer Gemeinde: »…für mich als Pfarrer ist der ›Missionsgedanke‹ veraltet, das brauchen wir nicht mehr.«

Was ist Mission?

»Mission« kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Sendung oder Auftrag. Mission gehört zutiefst zum Wesen der Kirche. »Darum ist es für jeden Christen und jede Christin unverzichtbar, Gottes Wort zu verkünden und seinen/ihren Glauben in der Welt zu bezeugen.« So hat z.B. der Apostel Paulus das Evangelium nach Europa gebracht, die mittelalterlichen Mönche brachten es nach Franken und ab dem 19. Jahrhundert waren europäische Missionsgesellschaften aktiv. Sie sandten Missionare nach Afrika, Lateinamerika und Ozeanien. Neben Verkündigung waren Bildung, Handwerk, medizinische und soziale Fürsorge und Entwicklungshilfe (wie wir heute sagen) Bestandteile der Mission. Ohne Mission gäbe es unsere Kirche nicht und natürlich auch keinen Dekanatspartnerschaftskreis.

Änderung des Verständnisses von Mission

Heute sind unsere christlichen Partner in Tansania dankbar für die damaligen Missionare, auch wenn die Verbindung zum Kolonialismus mit Recht kritisch betrachtet wird. Die vor allem nach 1945 eigenständig gewordenen Kirchen sind selbst missionarisch im eigenen Land und in den Nachbarregionen aktiv.

War es 1910 bei der 1. Weltmissionskonferenz noch wichtig, alle Menschen zu erreichen, so beschreibt eine Erklärung von 2011:

»Es ist jedoch wichtig, dass dies im Einklang mit den Prinzipien des Evangeliums geschieht, in uneingeschränktem Respekt vor und Liebe zu allen Menschen.«

Reise des Tansaniachors Würzburg nach Ruvuma

Wie verstehen wir Partnerschaft?

Bei der 7. Weltmissionskonferenz 1973, bei der Kirchen aus allen Kontinenten vertreten waren, wurde »Partnerschaft« als Ideal der gegenseitigen Beziehungen beschrieben.

Die Bezeichnung »Missionsbeauftragte« wurde verändert in »Beauftragte für Partnerschaft, Entwicklung und Mission«. In dieser Reihenfolge wird auch unser heutiger Auftrag im »Partnerschaftskreis« deutlich: Wir verstehen uns als Kreis, der den Auftrag hat, vor allem die Partnerschaft mit den evangelischen Christen in Ruvuma zu fördern. Bei Tagungen im Centrum Mission EineWelt (ehem. Missionswerk der bayerischen Landeskirche) für die Dekanatsmissionspfarrer und Beauftragten der Evang. Kirche wird dies regelmäßig erörtert. Natürlich sind dabei auch Mitarbeitende der Kirchen aus Afrika beteiligt.

Das Pfarrersehepaar Juliana Kilagwa und Weston Mhema war 3 Jahre als Austauschpfarrer im Dekanat Würzburg – Unteraltertheim und bei Mission-EineWelt tätig

Sie tragen im Rahmen von Austauschprogrammen bei uns dazu bei, den lebendigen Glauben in unseren Alltag zu tragen. So findet »Mission« heute auch bei uns statt. Wir freuen uns sehr, dass wir dies auch in unserem Dekanat erleben dürfen.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Eine Partnerschaft auf gleicher Höhe zu praktizieren ist schwer. Wir sind uns bewusst, dass wir Christen in Deutschland im wirtschaftlichen Vergleich reich sind und Partnerschaft sich nicht nur auf die finanzielle Unterstützung von Projekten beschränken darf. Geld­transfer ist immer auch mit Kontrolle und Berichten über die Verwendung verbunden – Partnerschaft baut aber auf Vertrauen auf.